Sie verwenden ein Mobilgerät, um Bilder der Pilze aufzunehmen, die von der Anwendung dann zu einem höchst detaillierten 3D-Modell rekonstruiert werden. Durch regelmäßige Wiederholung des Vorgangs kann das Team die sich ergebenden Modelle im Laufe der Zeit vergleichen und eine genaue visuelle Darstellung des Pilzes erhalten, während er sich entwickelt.
"RealityScan Mobile bietet uns eine sehr schnelle Möglichkeit, den Chaga zu scannen und sein Wachstum Jahr für Jahr zu vermessen", erläutert Kiheri.
KÄÄPÄ kann den Fortschritt dann mit Forschern, Investoren weltweit und den Landwirten teilen – alles in fotorealistischen Details.
Abseits ihrer kommerziellen Ziele hinaus setzen sich die Wissenschaftler bei KÄÄPÄ Forest dafür ein, den Chaga für kommende Generationen zu bewahren. Der Anbau von Chaga bedeutet Vorteile für die Biodiversität und das Klima – die Mengen an Pilzen und Totholz im Wald bilden starke Indikatoren für die Biodiversität, und der Chaga-Anbau stärkt beides. Er erhöht umgehend das Vorkommen von Pilzen im Wald und unterstützt so direkt die allgemeine Gesundheit des Ökosystems.
"Unser Ziel ist, die Zukunft des Chaga zu sichern – und ein wichtiger Teil dieser Mission ist, die Art und Weise zu optimieren, wie er gezüchtet wird", so Kiheri. "Darum ist RealityScan Mobile für uns so bedeutsam: Es hilft uns, verantwortungsbewusster zu kultivieren und letztlich den Chaga langfristig zu schützen."
Den Chaga-Anbau ins 21. Jahrhundert bringen
Kiheri erläutert, dass es schwierig war, eine Methode zur Beurteilung des Wachstums festzulegen, als das Team begann, das Wachstum des Chaga an seinen Waldstandorten zu untersuchen.
"Man kann ihn visuell begutachten und sagen: 'Sieht so aus, als würde es funktionieren'. Aber um das wirklich zu verstehen und die Zukunft vorherzusagen, braucht man präzisere Methoden", sagt er.
Diese Erkenntnis führte sie zum 3D-Scannen. Nach der Begutachtung einer Reihe wissenschaftlicher Gerätschaften – "Es gibt verschiedene Gerätetypen, aber sie sind ziemlich teuer und der Einsatz im Feld gestaltet sich herausfordernd", so Kiheri – entschied sich das Team für RealityScan Mobile.
"Ich bin seit einigen Jahren im Bereich Ökologie tätig und die meisten Methoden, die man da zur ökologischen Messung anwendet, sind sehr altmodisch", so Kiheri. "Man legt ein Maßband ran, geht raus und macht Transekte, misst die Höhen und Breiten und alles andere. Bei Teilen meiner bisherigen Tätigkeit hätte ich mir Hunderte Stunden ersparen können, hätte mir damals schon [RealityScan Mobile] zur Verfügung gestanden."
Neben der erheblichen Zeitersparnis vor Ort birgt eine Nutzung von RealityScan Mobile das Potenzial, den gesamten Vorgang der Pilzbeobachtung kosteneffizienter zu gestalten – und zudem akkuratere Daten bereitzustellen.
Da verschiedene Teammitglieder in den Wald gingen, um die Chaga mit Messschiebern zu vermessen – oft mit einem zeitlichen Abstand von Jahren zueinander –, konnten die Messungen stark variieren und sich Ungenauigkeiten einschleichen.
Durch das Scannen der Knollen mit RealityScan Mobile erzielt das Team höchste Präzision und liefert deutlich zuverlässigere Daten. "Wir können diese Messung jedes Jahr durchführen, daher haben wir einen sehr starken Datensatz für die Zukunft", so Kiheri.
Die Möglichkeit, derart präzise Messungen einfach durchzuführen, ermöglicht es KÄÄPÄ Forest, das Maximum an Chaga aus jedem Baum herauszuholen – was wiederum den Landbesitzern die beste Rendite bietet und dazu beiträgt, das Geschäftsmodell tragfähig zu halten.
"Die Einfachheit ist, was tatsächlich zählt, denn sie ist der Schlüssel zu guter Wissenschaft", sagt Kiheri. "Jeder kann diese Messungen ohne Verzerrungen oder Fehler durchführen – und mit einer App wie RealityScan Mobile auf dem Handy ist das so einfach wie möglich."